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Das lange 19. Jahrhundert Bearbeiten

Französische RevolutionBearbeiten

1. Phase (1789-1792)

Konstitutionelle Monarchie

5. Mai

Eröffnung der Generalstände


17. Juni

3.Stand erklärt sich zur Nationalversammlung


14. Juli

Sturm auf die Bastille


4. August

Nationalversammlung beschließt die Aufhebung des Feudalsystems und den damit verbundenen Standesvorrechte


26. August

Erklärung der Menschen und Bürgerrechte


3. September 1791

Verfassung (konstitutionelle Monarchie mit Zensuswahlrecht)


1. Oktober 1791

Jakobinerklub wird innerhalb der ab jetzt regierenden Versammlung immer stärker


2. Phase (1792-1794)

Republik der Jakobiner


10. August

Erstürmung der Tuilerien durch das Volk, König wird gefangengenommen--> Revolution auf dem Land


21. September

Nationalkonvent ( neu geschaffen) führt allgemeines Wahlrecht ein und schafft das Königtum ab


21. Januar 1793

Ludwig XVI. wird hingerichtet


6. April

Wohlfahrtsausschuss (nur Jakobiner) übernimmt die Regierungsgewalt. Vorsitzender: Danton, später Robespierre


1792-1797

1.Koalitionskrieg gegen das verbündete Ausland, militärische Absicherung Frankreichs


27. Juli 1794

Hinrichtung Robespierres und aller anderen Jakobinerführer, da der innere Widerstand gegen die Terrorherrschaft der Jakobiner wächst


3. Phase (1794-1799)

Bürgerrepublik Großbürgertum an der Macht, neu gebildetes Directoire (neue Regierungsgewalt, bestehend aus 5 Männern der gemäßigten Richtung)


5. April 1795

Friede von Basel zwischen Preußen und Frankreich


1796

Niederschlagung einer sozialrevolutionären Verschwörung von Babeuf


1796

Feldzug Napoleons in Italien


1797

Frieden von Campo Formio: Österreich stimmt der Abtretung linksrheinischer Gebiete an Frankreich zu


1798

Napoleon besetzt Rom


1799

Napoleon übernimmt die Regierung Frankreichs durch einen Putsch



Zeitalter Napoleons (1799-1815)Bearbeiten

Nach dem Staatsstreich erklärt Napoleon die Revolution für beendet.


25. Februar 1803

Reichsdeputationshauptschluss: auf Druck Frankreichs verabschiedet, sieht die Säkularisation (Enteignung und Verweltlichung kirchlicher Gebiete, die Adligen zugesprochen wurden, die linksrheinische Gebiete an Frankreich abgeben mussten) und Mediatisierung (Verlust der Reichsunmittelbarkeit, Bildung größerer Staaten) vor


2. Dezember 1804

Selbstkrönung Napoleons zum Kaiser aller Franzosen


1804

Einführung des „Code civil“ im französischen Machtbereich


12. Juli 1806

Errichtung des Rheinbundes


6. August 1806

Abdankung von Kaiser Franz II.: Ende des Hl. Röm. Reiches dt. Nation


14. Oktober

Schlacht bei Jena und Auerstedt: Niederlage Preußens gegen Frankreich


9. Oktober 1807

Oktoberedikt zur Bauernbefreiung: Beginn der preußischen Reformen


24. Juni 1812

Beginn von Napoleons Russlandfeldzug


1813-1815

Befreiungskriege, Bündnis zwischen Russland, Preußen, Österreich, Schweden und England


16-19. Oktober 1813

Völkerschlacht bei Leipzig


18. Juni 1815

Schlacht bei Waterloo



Die Zeit der Restauration (1814-1830)Bearbeiten

Wiener Kongress(1814)

  • Antirevolutionäre Prinzipien:
  • Wiederherstellung der Verhältnisse vor der franz. Revolution
  • Herrscher legitimiert durch Gott → dynastisches Prinzip
  • Solidaritätsprinzip: Fürsten sollten sich untereinander helfen, revolutionäre Bestrebungen zu unterdrücken
  • Wiedereinsetzung der Bourbonen als herrschende Familie in Frankreich: Ludwig XVIII. als neuer König
  • Territoriale Neuordnung, Gleichgewicht zwischen den fünf Großmächten Frankreich, Preußen, Österreich, England und Russland („Pentarchie“)

8. Juni 1815

Deutsche Bundesakte (Abschluss des Wiener Kongresses 1814/15)
→ Deutscher Bund mit Vorsitz Österreichs
→ Hoffnung der deutschen Patrioten (Befreiungskriege 1813 - 1815 gegen Napoleon) auf nationalen deutschen Bundesstaat erfüllt sich nicht


26. September 1815

Heilige Allianz
  • Bündnis zwischen Russland, Österreich und Preußen
  • Bündnispartner verpflichten sich, untereinander zu helfen, sollte eine Revolution ausbrechen
  • Ziel: Abischerung des im Wiener Kongress erreichten politischen Zustandes


Bildung des deutschen Bundes

Absicht des Wiener Kongresses: Verhindern einer Bildung eines zentralen dt. Nationalstaates
Grund: dt. Nationalstaat hätte Mächtegleichgewicht in Europa gefährdet
→ Souveränität aller 34 Fürsten und 4 freien Städte
→ ein einziges Organ, der Bundestag, dem Österreich vorsaß
Mitglieder im dt. Bundestag auch: Könige von Dänemark (Schleswig), England (Hannover) und Niederlande (Luxemburg)


Ab 1815

Bildung von Burschenschaften, deren Ziel nationale Einheit und politische Freiheit waren.


5. September 1816

Eröffnung des Bundestages in Frankfurt am Main


18./19. Oktober 1817

Wartburgfest
  • Anlass: Erinnerung an die Reformation 1517 und die Völkerschlacht bei Leipzig 1813
  • 500 Teilnehmer aus elf Universitäten (Studenten/Burschenschaftler)
  • Aufruf zur Einheit und Freiheit Deutschlands
  • Folge: Metternich glaubt an eine systembedrohende Verschwörung und fordert die Landesherren zur Überwachung politischer Aktivitäten auf


1818

konstitionelle Verfassungen in Bayern und Baden


18. Oktober 1818

Gründung der Deutschen Burschenschaft in Jena (symbolische Vorbereitung der kommenden Einheit des deutschen Vaterlandes)


23. März 1819

Ermordung des dt. Schriftstellers und russischen Staatsrates August von Kotzebue in Mannheim durch den Burschenschaftler Karl Ludwig Sand
→ Furcht der Fürsten vor dem Umsturz
→ Folge : Unterdrückungsmaßnahmen gegen alle tatsächlichen oder vermeintlichen umstürzlerischen Kräfte


20. September 1819

Karlsbader Beschlüsse (Anlass: Ermordung Kotzebues)
→ Verbot von Burschenschaften/Turnvereinen, Zensur der Literatur und Presse, Unterdrückung aller liberal-demokratischen Bestrebungen
→ Kontrolle von Universitäten, Professoren, Studenten
Folge: Demagogenverfolgungen


8. Juli 1820

Wiener Schlussakte



Die Zeit des Vormärz(1830-1848)Bearbeiten

Juli 1830

Juli-Revolution in Frankreich: Als Reaktion auf die Aufhebung der Pressefreiheit, Auflösung der Abgeordnetenkammer und Abänderung des Wahlrechts zu Gunsten des Adels durch König Karl X. bricht in Frankreich eine Revolution aus.
Sieger der Revolution: Großbürgertum → Bildung einer konstitutionellen Monarchie mit dem liberalen Herzog Louis Phillippe von Orléans als König


1830/31

Als Folge der Juli-Revolution kommen auch andere revolutionäre Bewegungen in Gang, wie z.B. die Bildung eines belgischen Staates und dessen Unabhängigkeit von den Niederlanden, oder der nationale polnische Freiheitskampf der aber 1831 niedergeschlagen wurde. Der Kongress-Polen wurde als Protektorat in das Russische Reich eingegliedert. Auch in Deutschland kam es zu Unruhen und Aufständen, welche die jeweiligen Regierungen dazu brachten, Verfassungen zu bewilligen- ein Teilerfolg der liberalen Bewegungen.


27. - 30. Mai 1832

Hambacher Fest
  • ca. 30.000 Teilnehmer (auch Bürger, Handwerker, Arbeiter)
→ erste politische Massendemonstration in Deutschland
  • Forderung: Gründung eines dt. Nationalstaates auf Grundlage einer Verfassung unter Anerkennung der Volkssouveränität
  • Folgen: Verschärfung der Unterdrückung von demokratisch-liberalen sowie national motivierten Bewegungen, verschärfte Zensur sowie das Verbot politischer Vereine und öffentlicher Reden mit politischem Inhalt


28. Juni 1832

Sechs Artikel (Bundesbeschluss gegen die liberale Opposition)
→ völlige Unterdrückung der Presse-, Vereins- und Versammlungsfreieit


3. April 1833

Frankfurter Wachensturm


1834

Deutscher Zollverein (ohne Österreich)
→ kleindeutsche Lösung und bismarcksche Reichsgründung von 1871 zeichnen sich ab
→ Voraussetzung für wirtschaftlichen und politischen Aufschwung


12. Juni 1834

Sechzig Artikel (Bundesbeschluss mit weiteren Rechtsbeschränkungen)


1835 - 1848

Kaiser Ferdinand I. von Österreich


7. Dezember 1835

Jungfernfahrt der 1. deutschen Eisenbahn (Nürnberg – Fürth)
→ wichtige Bedeutung für nationale Einigung, wirtschaftliche Erstarkung und Aufschwung einer modernen Industrie


1840 - 1861

König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen


1844

Weberaufstand in Schlesien
→ Symbol für zunehmende soziale Probleme durch Industrialisierung


Während der Zeit des Vormärz wuchs die Schicht der Intellektuellen enorm, so konnten im Jahre 1770 etwa 15 % der Bevölkerung lesen und schreiben, 1840 waren es schon etwa 40%. Dadurch wuchs die Bedeutung der öffentlichen Meinung, vor Allem bestimmt durch die Presse. 1834: Aufgrund des wachsenden wirtschaftlichen Drucks von Seiten der Nachbarstaaten, vorangetrieben durch die Industrialisierung steigt das Interesse an einer wirtschaftlichen Einheit Deutschlands was mit dem Abbau der Handelsschranken einherging. Die wirtschaftliche Entwicklung wurde durch die Überschwemmung ausländischer Waren (vor Allem aus England) sowie durch die wirtschaftliche Zersplitterung gehindert(uneinheitliche Währungen, Maßeinheiten und der massive Anfall von Zöllen). Dies sollte mit der Gründung des Deutschen Zollvereins bekämpft werden.



Die Revolution von 1848/1849Bearbeiten

Februar 1848

Kommunistisches Manifest


22. - 24. Februar

Revolution in Paris: Aufstand gegen den Bürgerkönig Louis Philippe
→ Absetzung des Bürgerkönigs und Ausrufung der zweiten Republik ( z. T. sozialrevolutionäre Ideen der frühen Arbeiterbewegung)
→ Funke der Revolution springt auf Deutschen Bund über
→ Volksversammlungen, Demonstrationen (Forderungen: Presse- und Vereinsfreiheit,Volksmiliz, bundesweites Parlament)


13. März 1848

Beginn der Märzrevolution in Wien (schwere Zusammenstöße von Arbeitern, Studenten und demonstrierenden Bürgern mit dem Militär)
→ Straßenkämpfe
→ Rücktritt und Flucht Metternichs (15. März), Kaiser verspricht Verfassung
→ Autonomiebewegungen in Ländern der Donaumonarchie


18. März 1848

Beginn der Märzrevolution in Berlin
  • Anlass: Schüsse bei Großkundgebung
→ Panik, Barrikadenkämpfe (254 Tote)
→ preußischer König zieht seine Truppen zurück
→ verfassunggebende Nationalversammlung
→ allgemeine und gleiche Wahlen zu gesamtdeutschem Parlament


20. März 1848

Abdankung König Ludwigs I. von Bayern


30. März

Vorparlament in Frankfurt → allgemeines und unmittelbares Wahlrecht wird eingeführt


31. März – 3. April 1848

Vorparlament in Frankfurt am Main
Aufgabe: Vorbereitung der Nationalversammlung


April 1848

1. republikanischer Aufstand in Baden (Hecker, Struve, Herwegh)


12. April

Hecker ruft in Konstanz die Republik aus


April – August 1848

1. Deutsch-Dänischer Krieg


Anfang Mai

Wahlen zur Nationalversammlung nach dem Prinzip Mehrheitswahl


15. Mai 1848

2. Aufstand in Wien (gesamtösterreichischer Reichstag erzwungen)


18. Mai

Zusammentreten der gewählten Nationalversammlung in der Paulskirche in Frankfurt am Main
Ziele: Überwindung der vielen souveränen Staaten in Deutschland → eine Zentralregierung , sowie eine zentraldeutsche Verfassung Heinrich von Gagern als Präsident und Erzherzog Johann zum provisorischen Inhaber der Zentralgewalt („Reichsverweser“) Diese Regierung war jedoch machtlos, da sich die größeren Mächte sich ihr nicht unterwerfen wollte. Innerhalb des Parlamentes bildeten sich langsam Gruppierungen mit selben politischen Meinungen und Parteien, die größere Fraktionen stellten.


19. Mai 1848

Heinrich von Gagern Präsident der Nationalversammlung


16. Juni 1848

Pfingstaufstand in Prag


29. Juni 1848

Erzherzog Johann von Österreich Reichsverweser


26. August 1848

preußisch-dänischer Waffenstillstand von Malmö
→ Votum der Nationalversammlung gegen das Abkommen bleibt wirkungslos


18. September 1848

Aufstand in Frankfurt am Main („Verrat von Malmö“)
→ preußische und österreichische Waffenhilfe


21. September

Struve proklamiert die Republik in Lörrach


21. - 25. September 1848

2. republikanischer Aufstand in Baden
→ Niederschlagung durch badische Truppen


6. - 31. Oktober 1848

3. Aufstand in Wien


31. Oktober

Rückeroberung Wiens durch die kaiserlichen Truppen → Konterrevolution


9. November 1848

Erschießung des Abgeordneten der Frankfurter Nationalversammlung Robert Blum in Folge des Wiener Oktoberaufstandes


10. November

Der preußische General von Wrangel besetzt Berlin und entmachtet die Bürgerwehren


2. Dezember 1848

Abdankung Kaiser Ferdinands I.


1848 - 1918

Kaiser Franz Joseph I.


5. Dezember

Friedrich Wilhelm löst die preußische Nationalversammlung auf
→ oktroyierte Verfassung, 3-Klassenwahlrecht


27. Dezember 1848

Verabschiedung der Grundrechte


Ende 1848

Bundesstaaten, vor allem Großmächte Österreich und Preußen, haben ihr Selbstbewusstsein wiedergewonnen
Radikalisierung der Revolution, blutige Ausschreitungen in Frankreich
→ euphorische Stimmung des Frühjahrs → Ernüchterung


28. März 1849

Verabschiedung der Reichsverfassung durch die Frankfurter Nationalversammlung


3./28. April 1849

Ablehnung der Kaiserkrone durch den preußischen König Friedrich Wilhelm IV., da er dadurch seine absolutistische Macht in Preußen verlieren würde
→ endgültiges Scheitern der Nationalversammlung


April/Mai 1849

Aufstände für die Durchsetzung der Reichsverfassung (Sachsen, Baden Pfalz)
→ preußische Truppen werfen Maiaufstände rasch und endgültig nieder


11. Mai

Aufstand in Baden : große Teile des badischen Heeres verbündet sich mit revolutionären Truppen


26. Mai 1849

Dreikönigsbündnis zwischen Preußen, Hannover und Sachsen


30. Mai 1849

Preußisches Wahlgesetz (Dreiklassenwahlrecht)


6. - 18. Juni 1849

Rumpfparlament in Stuttgart (ca. 100, vornehmlich radikaldemokratische, Abgeordnete)
→ gewaltsame Auflösung durch württembergisches Militär auf Druck Preußens


23. Juli

Kapitulation der letzten revolutionären Truppen in Rastatt, Niederschlagung des badischen Aufstandes durch preußische Truppen


10. Dezember 1849

Rücktritt des Reichsverwesers Erzherzog Johann



Entwicklung bis zur ReichsgründungBearbeiten

1862

Berufung Bismarcks zum preußischen Ministerpräsidenten durch König Wilhelm I.


1864

Deutsch-Dänischer Krieg (Eroberung Schleswig-Holsteins durch preußische/österreichische Truppen, nachdem der dänische König entgegen gültiger Verträge seine Verfassung auf Schleswig ausdehnte)
→ Schleswig unter preußischer Verwaltung, Holstein unter österreichischer


1866

Deutsch-Deutscher Krieg : Österreich gegen Preußen, nachdem preußische Truppen in Holstein einmarschiert waren. Österreich unterliegt unter Anderem wegen der Technisierung des preußischen Heeres (Erhöhung der Transportgeschwindigkeit durch die Eisenbahn) in der Schlacht bei Königgrätz.
Grund: Bismarck sah den Dualismus zwischen Österreich und Preußen als größtes Hindernis auf dem Weg der Gründung eines dt. Nationalstaates. Durch den Krieg wollte er die Vorherrschaft Preußens in Deutschland sichern und die kleindeutsche Lösung durchsetzen, um sie zu festigen.
Friede von Prag: Preußen annektiert Schleswig-Holstein, Hannover, Kurhessen, Nassau und Frankfurt; dt. Bund wird aufgelöst; Geheimes Schutz- und Trutzbündnis (Defensivbündnis) mit den Süddeutschen Staaten (Bayern, Baden, Württemberg) gegen Frankreich.


1867

Norddeutscher Bund: Norddeutsche Staaten und Preußen schließen sich zusammen → eigene Verfassung; Süddeutsche Staaten lehnen die preußische Politik eher als militarisierter Obrigkeitsstaat ab



Das Deutsche Kaiserreich (1871-1918)Bearbeiten

1870/71

Deutsch-Französischer Krieg
  • Anlass: Emser Depesche
  • Frankreich fordert, dass Leopold von Hohenzollern auf die Thronkandidatur in Spanien verzichtet, wegen der Gefahr des zwei Fronten Krieges. Wilhelm I. verweigert jedoch die Zusage, dass sein Haus für alle Zeit einer Kandidatur in Spanien verzichte.
→ Kriegserklärung Frankreichs
deutsche Truppen marschieren in Frankreich ein


1.September

Schlacht bei Sedan : Französische Truppen werden geschlagen, Deutschlands Sieg ist abzusehen.


18. Januar 1871

Gründung des Deutschen Kaiserreichs mit dem preußischen König Wilhelm als Kaiser Frieden von Frankfurt: Frankreich muss Elsass-Lothringen an das Kaiserreich abtreten. Der Ort der Reichsgründung war für die Franzosen eine große Demütigung.


In der darauf folgenden Zeit bestimmt die Bündnispolitik Bismarcks die Außenpolitik.


Innenpolitische Entwicklung bis 1890


1873

Wirtschaftskrise
→ Bismarck will das neu gegründete Reich innen- und außenpolitisch und vor Allem seine eigene Machtposition konstitutionell absichern Bildung von Feindbildern: Frankreich, Sozialdemokratie sowie Katholizismus
→ artikuliert sich im Kulturkampf(Einführung der Zivilehe, Erleichterung des Austritts aus der Kirche, Verringerung des kirchlichen Einflusses auf die Bildung sowie Ausschluss von Geistlichen aus der Politik „Kanzelparagraph) und in Sozialistengesetzen (19. Oktober 1878-30 September 1890), sowie in der Bündnispolitik


1888

3-Kaiserjahr: Wilhelm I. stirbt, sein Sohn Friedrich ist nur 99 Tage im Amt und stirbt an Krebs, Wilhelm II. besteigt den Thron
→ politischer Kurswechsel, Wilhelm II. will die Macht Bismarcks einschränken
→ Bismarck wird 1890 entlassen



Der Weg in den ersten Weltkrieg (von 1871-1914)Bearbeiten

1892

nach Bismarcks Entlassung wird der Rückversicherungsvertrag mit Russland nicht erneuert
→ Russland verständigt sich mit Frankreich (Militärkonvention , Beistand im Falle eines Krieges mit dem Dreibund : Deutschland, Österreich-Ungarn , Italien)


1904

Entente Cordiale zwischen Frankreich und England → kein fester Vertrag, aber Verständigung und Eingrenzung kolonialer Interessen


1905/06

1.Marokkokrise: anschließende Konferenz von Algeciras führt zur diplomatischen Isolierung Deutschlands


1907

Abkommen Englands und Russlands über die Eingrenzung des Einflusses in Mittelasien


1908/09

Bosnische Annexionskrise: gegen den Willen Russlands und Serbien annektiert Österreich Bosnien/ Herzegowina


1911

2. Marokkokrise : „Panthersprung“, durch die Lösung des Konflikts rücken Frankreich und England enger zusammen.


1912

1.Balkankrieg : Serbien, Griechenland und Bulgarien kämpfen gegen die Türkei und lösen den europäischen Teil des Osmanischen Reiches auf. Unterstützung durch Russland (Panslawismus)


1912

Britisch-französische Verständigung, sich im Krieg gegen Deutschland zu unterstützen


1913

2.Balkankrieg: Krieg der Sieger aus dem ersten Balkankrieg untereinander, Serbien geht als Gewinner hervor.


Aug. 1913

Friede von Bukarest: Serbien erreicht gewünschtes Ziel - die Adria - nicht, da durch Österreich-Ungarn gehindert


28.Juni 1914

Attentat auf österreich–ungarischen Thronfolger Franz Ferdinand in Sarajewo


5. Juli 1914

Blankoscheck durch Deutschland


23. Juli 1914

Ultimatum an Serbien
→ absichtlich unannehmbar formuliertes Ultimatum (48 Stunden-Frist) verletzt Serbiens Souveränitätsrechte
→ Serbien macht mobil, nachdem Fristverlängerung abgelehnt wurde


25. Juli 1914

Serbische Antwort: Ultimatum größtenteils angenommen; Russland sicher Unterstützung Serbiens
Territorialer Krieg breitet sich aufgrund der Bündnislage zum europaweiten Krieg aus


28. Juli

Österreich erklärt Serbien den Krieg
→ Teilmobilmachung Russlands


1.August

deutsche und französische Mobilmachung, Kriegserklärung Deutschlands an Russland


3.August

Kriegserklärung Deutschlands an Frankreich
→ Einmarsch in das neutrale Belgien


4. August

Bruch der Neutralität Belgiens
→ Kriegseintritt Englands


12. September

Erstarrung der Fronten wegen Scheitern der deutschen Offensive


23 Mai 1915

Kriegseintritt Italiens auf Seite der Entente


29. August 1916

Neue OHL :Hindenburg und Ludendorff nach der Schlacht von Tannenberg 1914


1. Februar 1917

uneingeschränkter U-Bootkrieg


8. Januar

14-Punkte-Plan von Wilson


15. März

russischer Zar dankt nach der Februarrevolution ab


6. November

Oktoberrevolution geht zu Ende: Bolschewistische Machtergreifung


5. Dezember

deutsch-russischer Waffenstillstand


3. März 1918

Friede von Brest-Litowsk


ab Juli

alliierte Offensive an der Westfront


28. September

Ludendorff ersucht Waffenstillstand


29. Oktober

Meuterei der Matrosen


9. November

Ausrufung der Republik durch Scheidemann (SPD) und Liebknecht(Spartakus)


11. November

Waffenstillstand von Compienge ( unterzeichnet durch Erzberger)


28. Juni 1919

Erlass des Versailler Vertrags



Das kurze 20. Jahrhundert Bearbeiten

Weimarer RepublikBearbeiten

29. September 1918

Die OHL fordert die Reichsregierung auf, ein Waffenstillstandsangebot an die Westmächte herauszugeben, sowie die Regierung umzubilden.


4. Oktober 1918

Waffenstillstandsersuchen an Wilson


24. Oktober 1918

Abschaffung des preuß. Dreiklassenwahlrechts


28. Oktober 1918

Parlamentarisierungserlass


29: Oktober 1918 bumm

Beginn der Meuterei von Teilen der Hochseeflotte


4. November 1918

Bildung des Kieler Arbeiter- und Soldatenrats


8. November 1918

Kurt Eisner (USPD) ruft ihn Bayern die Räterepublik aus, die sich unabhängig von der Kieler Matrosenbewegung gebildet hat


9. November 1918

Max v. Baden gibt eigenmächtig die Abdankung des Kaisers bekannt und übergibt sein Amt als Reichskanzler an Friedrich Ebert (SPD), Ausrufung der Republik durch Scheidemann (SPD; Reichstag) und der Räterepublik durch Karl Liebknecht (Spartakus; Berliner Schloss)


10. November 1918

Bildung des Rats der Volksbeauftragten (je 3mal SPD und USPD); Eberts abkommen mit Groener


11. November 1918

Unterzeichnung d. Waffenstillstands in Compiègne durch Erzberger (Z)


16. Dezember 1918

Beginn des Reichstagskongresses der Arbeiter- und Soldatenräte in Berlin


29: Dezember 1918

Austritt der USPD Mitglieder aus dem Rat der Volksbeauftragten u. a. wegen der Zusammenarbeit der SPD mit der militärischen Führung


1. Januar 1919 Gründung der KPD, aus dem Spartakusbund hervorgehend


5. Januar 1919

Beginn des Spartakusaufstands


15. Januar 1919

Ermordung von R. Luxemburg und K. Liebknecht


19. Januar 1919

Wahlen zur Nationalversammlung


21. Februar 1919

Ermordung des bayrischen MP Kurt Eisner


31. April 1919

Beseitigung der bayrischen Räterepublik


28. Juni 1919

Unterzeichnung des V V durch Müller (SPD) und Bell (Z)


7. November 1919

Ermordung des USPD-Vorsitzenden Hugo Haase


13. – 16.März 1920

Kapp-Lüttwitz Putsch


26. August 1921

Ermordung von Matthias Erzberger


16. April 1922

Vertag von Rapallo


11. Januar 1923

Frankreich besetzt das Ruhrgebiet, Regierung ruft zum passiven Widerstand auf


26. September 1923

Ende des passiven Widerstands auf Anordnung Stresemanns


9. November 1923

Hitler-Ludendorff Putsch


15. November 1923

Einführung der Rentenmark (1 Rentenmark = 1 Billion Papiermark)


24. Juni 1924

Ermordung des Außenministers Walter Rathenau (DDP)


16. August 1924

Dawesplan


Oktober 1924

Einführung der Reichsmark


26. April 1925

Hindenburg neuer RP


16 Oktober 1925

Locarno-Pakt (Aristide Briand und Gustav Stresemann)


10. September 1926

Deutschland Mitglied im Völkerbund


27. August 1928

Kellog-Pakt


7. Juni 1929

Young-Plan


25. Oktober 1929

Schwarzer Freitag


22. Dezember 1929

Volksentscheid gegen den Youngplan scheitert


27. März

1930 Rücktritt der Regierung Müller (SPD) und damit Ende der Großen Koalition


29. März 1930

Heinrich Brüning wird neuer RK


14. September 1930

NSDAP zweitstärkste Fraktion im RT


11. Oktober 1931

Formierung der Harburger Front


10. Aprill 1932

Wiederwahl Hindenburgs zum RP


13. April 1932

SA-Verbot


30. Mai 1932

Brüning wird entlassen


1. Juni 1932

Franz von Papen wird neuer RK


14. Juni 1932

SA-Verbot aufgehoben


9. Juli 1932

Lausanne-Vertrag


20 Juli 1932

Staatsstreich gegen die sozialdemokratisch geführte Regierung in Preußen


31. Juli 1932

NSDAP stärkste Fraktion im RT


6. November 1932

NSDAP verliert an Stimmen


2 Dezember 1932

Schleicher wird Papens Nachfolger


28. Januar 1933

Rücktritt Schleichers



Machtergreifung Hitlers 1933Bearbeiten

30. Januar

Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt (Kabinett nur 3 NSDAP-Mitglieder, sonst nur DNVP)


1. Februar

Auflösung des Reichstages durch Hindenburg


4. Februar

Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz des dt. Volkes (Schubladenverordnung, Einschränkung der Versammlungsfreiheit und Presse)


27. Februar

Reichstagsbrand
→ van der Lubbe (niederländischer Kommunist) wird festgenommen und beschuldigt


28. Februar

Verordnung zum Schutz von Volk und Staat (Reichstagsbrandverordnung)
→ setzt wesentliche Grundrechte außer Kraft und legalisiert Verfolgung politischer Gegner


5. März

Neuwahlen: trotz massiver Behinderung der anderen Parteien erreicht die NSDAP keine absolute Mehrheit


13. März

Einrichtung eines Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda


24. März

Ermächtigungsgesetz (Regierung kann die Verfassung nach Belieben verändern)


31. März

Erstes Gleichschaltungsgesetz (Gleichschaltung der Länder mit dem Reich, Länderparlamente werden entsprechen der Reichtagswahl vom 5. März)


7. April

2. Gleichschaltungsgesetz (Einsetzung von Reichsstatthaltern in den Ländern)
Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums (ermöglicht die Entlassung nicht-arischer Beamter, Frontkämpferprivileg)


2. Mai

Schlag gegen Gewerkschaften, Gewerkschaftshäuser werden von SA besetzt


10. Mai

Bücherverbrennung und Gründung der „deutschen Arbeiterfront“


22. Juni

SPD-Verbot wegen Landes- und Hochverrat


14. Juli

alle Parteien außer NSDAP verboten, Gesetz gegen die Neugründung von Parteien
→ Einparteienstaat


20. Juli

Abschluss des Reichskonkordats mit dem Vatikan (Kirche sagt zu, nicht gegen Hitler vorzugehen


1. Dezember

Gesetz zur „Sicherung der Einheit von Partei und Staat“


20. Januar 1934

Gesetz „Zur Ordnung der nationalen Einheit“
→ Führerprinzip in der Wirtschaft, DAF wird in NSDAP eingegliedert


30. Januar

Gesetz über den „Neubau des Reiches“
→ föderales System wird aufgelöst
→ Zentralisierung der Gewalt


14. Februar

Reichsrat als Verfassungsorgan wird aufgehoben


30. Juni

„Röhm-Putsch“
→ politische Gegner innerhalb der NSDAP werden aus dem Weg geräumt, SA-Führung wird zerschlagen; Röhm wird hingerichtet, v. Schleicher erschossen usw.


2. August

Tod Hindenburgs: Hitler gibt sich den Titel „Führer und Reichskanzler“
→ Amt des Reichskanzlers und Präsidenten fallen zusammen


19. August

Hitler lässt die Reichswehr den Eid auf sich schwören
→ Wehrmacht



Entwicklung nach dem 2. WeltkriegBearbeiten

5. Juni 1945

Übernahme der Macht durch die Oberbefehlshaber der vier Siegermächte


30. August 1945

Errichtung des Alliierten Kontrollrates


20. Oktober 1946

Kreis- und Landtagswahlen


1. Januar 1947

Bildung der Bizone


12. März 1947

„Trumandoktrin“ → Containment-Politik


5. Juni 1947

Verkündigung des Marshallplan (ERP): wirtschaftl. Wiederaufbauprogramm


20. März 1948

Sowjets verlassen den Kontrollrat


20. Juni 1948

Währungsreform in den Westzonen


23. Juni 1948

Währungsreform in der SBZ


24. Juni 1948

DM-West als Parallelwährung zur DM-Ost


24. Juni 1948 - 12. Mai 1949

Berlin Blockade
Ziel: Rückzug der Westalliierten aus Groß-Berlin, Demonstration des sowjetischen Anspruchs auf das gesamte Berlin
→ Luftbrücke


10.-23 August 1948

Verfassungskonvent zur Beratung des GG


8. April 1949

Bildung der Trizone


23. Mai 1949

Verkündung des GG und Bildung der Bundesrepublik


7. Oktober 1949

Gründung der DDR


4. Oktober 1957

Sputnik-Schock


27. November 1958

erstes Berlinultimatum Chrustschows


17. Mai 1972

Ratifizierung der Ostverträge → Entspannungspolitik


26. Mai 1972

Verkehrsvertrag zw. Bundesrepublik und DDR


21. Dezember 1972

Grundlagenvertrag → „Wandel durch Annäherung“



Bundesrepublik DeutschlandBearbeiten

14. August 1949

Wahlen zum 1. Deutschen Bundestag


15. Juni 1950

Beitritt zum Europarat


5. Mai 1955

Pariser Verträge (Souveränität für Westdeutschland, aber: alliierte Vorbehaltsrechte)


9. Mai 1955

Beitritt zur NATO


12. November 1955

Gründung der Bundeswehr


30. Mai 1968

Verabschiedung der Notstandsgesetze


3. September 1971

Viermächteabkommen über Berlin


21. Dezember 1972

Grundlagenvertrag


8. Dezember 1987

INF-Vertrag zwischen USA und UdSSR (Verbot nuklearer Mittelstreckensysteme)



DDRBearbeiten

7. Oktober 1949

Gründung der DDR


15. Oktober 1949

diplomatische Beziehungen zur UdSSR beginnen


6. April 1968

neue DDR Verfassung, welche am 7.10.74 erneut geändert wird (ab sofort nur noch: „sozialistischer Staat“)


8. Februar 1950

Bildung des Ministeriums für Staatssicherheit


17. Juni 1953

Volksaufstand in der DDR


18. Januar 1956

Gründung der Nationalen Volksarmee (NVA)


13. August 1961

Bau der Berliner Mauer


12. November 1968

Breschnew-Doktrin → beschränkte Souveränität der sozialistischen Staaten


4. September 1974

Anerkennung der DDR durch die USA


29. Juni 1983

Bürgschaft der Bundesrepublik für einen Milliardenkredit an die DDR


1985

Michail Gorbatschow neuer Generalsekretär der KPdSU
→ Glasnost (größere Transparenz und Offenheit der Staatsführung gegenüber der Bevölkerung)
→ Perestroika (Umbau und Modernisierung des gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Systems der Sowjetunion)
→ teilweiser Rückzug der SU aus ihren weltweiten Engagements,Abkehr von Breschnew-Doktrin


7. Mai 1989

Kommunalwahlen in der DDR


August/September 1989

DDR-Bürger besetzten Botschaften in Prag, Budapest und Warschau sowie die Ständige Vertretung der Bundesrepublik in Ost-Berlin


4. September 1989

Erste Montagsdemo in Leipzig


11. September 1989

Ungarn öffnet die Grenzen zu Österreich für DDR-Ausreisende


7. Oktober 1989

40 Jahre DDR, Stasi geht gegen Demonstranten vor


18. Oktober 1989

Ablösung Honeckers als SED-Generalsekretär durch Egon Krenz


7. November 1989

Rücktritt der DDR-Regierung


8. November 1989

Rücktritt des Politbüros


9. November 1989

Öffnung der Grenzen zur Bundesrepublik und nach Westberlin


13. November 1989

Volkskammer wählt Hans Modrow zum Ministerpräsidenten


7. Dezember 1989

Konstituierung des „Runden Tisches“


22. Dezember 1989

Öffnung des Brandenburger Tors


18. März 1990

erste demokratische Wahl in der DDR


18. Mai 1990

Staatsvertrag


1. Juli 1990

Währungs-, Wirtschafts-, und Sozialunion tritt in Kraft


16. Juli 1990

Treffen Kohl-Gorbatschow, sowjetische Zusage zum Verbleib des vereinten Deutschland in der NATO


23. August 1990

Volkskammer beschließt Beitritt zur Bundesrepublik am 3. Oktober


31. August 1990

Einigungsvertrag


12. September 1990

Abschluss der „Zwei-plus-Vier-Gespräche“


3. Oktober 1990

Wiedervereinigung Deutschlands: Staatsakt in Berlin


2. Dezember 1990

erste gesamtdeutsche Bundestagswahl

2010er JahreBearbeiten

3. März 2014

Matthew McConaughey bekommt seinen ersten Oscar für den Epos "Dallas Buyer Club".

5. Dezember 2014

erster linker Ministerpräsident

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